SONGPREMIERE: August Rosenbaum – Credo Pt. II (feat. Coco O.)


Darf ich zu Beginn ehrlich sein? Als mir angeboten wurde, diese Songpremiere zu posten, sagte mir der Name August Rosenbaum nicht wirklich etwas. Nachdem ich den Promotext gelesen hatte und dort als Einflüsse Namen wie Ryuichi Sakamoto und die späten Talk Talk genannt wurden ("Spirit Of Eden" ist sowieso eines der am meisten unterschätzten Alben der Geschichte), war mein Interesse geweckt. Natürlich ist ein solches Namedropping stets mit etwas Vorsicht zu genießen, da in Promotexten gerne mal mit großen Namen als Referenz um sich geschmissen wird. Als ich "Credo Pt. II" dann aber zum ersten Mal gehört hatte, war mir sofort klar: diesen Song musst du unbedingt vorstellen! Weil er schlicht ein wundervolles Stück Musik ist.

In eine Künstlerfamilie hineingeboren, hat August Rosenbaum schon in der Grundschule Thelonious Monk und Erik Satie aufgeführt. In einem Alter also, in dem ich meinen Kassetterekorder mit David Hasselhoff und New Kids On The Block malträtiert habe. Mittlerweile kann Rosenbaum auf mehrere Soloalben zurückblicken und hat sich zumindest in seiner Heimat Dänemark einen Namen als einer der bedeutendsten zeitgenösischen Komponisten gemacht. Für sein Debütalbum "Beholder" erhielt er u.a. den Danish Music Award als "Nye Danske Jazznavn", was wohl soviel wie bester Nachwuchskünstler Jazz bedeutet (falls einer der Leser hier des Dänischen mächtig ist, korrigiert mich gerne!). Zudem trat er auf dem renommierten Sonar Festival auf und sein Album "Height" war 2014 für den Nordic Music Prize und den National Danish Critics' Award nominiert.

Mit seinem neuen Album "Vista" könnte er endlich den internationalen Durchbruch schaffen. Für den hier vorgestellten Track "Credo Pt. II" hat er sich Coco O. zur Seite geholt, die u.a. bereits mit Kendrick Lamar oder Tyler, the Creator zusammen gearbeitet und einen Song zum The Great Gatsby-Soundtrack von Baz Luhrmann beigesteuert hat. Auch der Produzent Robin Hannibal, der u.a. eine Hälfte von Rhye darstellt, ist in der Szene kein Unbekannter.

"Vista" ab kommender Woche im Plattenladen

Auf "Vista" kreiert Rosenbaum in 13 Songs cineastische Soundlandschaften (daher auch der Vergleich zu Sakamoto), über die er selbst den schönen Satz formuliert hat, das Album sei ein "Soundtrack auf der Suche nach einem Film". Über die grandiose Vorabsingle "Nebula", sagt er zudem: "When I close my eyes I see images from Stanley Kubrick’s A Space Odyssey and Tarkovsky’s Solaris. Both of which are among my all-time favourite soundtracks." Nicht die schlechtesten Referenzen. Das Album, das in einigen Läden auch in den Genreregalen Ambient oder Neo-Klassik Platz finden könnte, hat es jedenfalls geschafft, mich komplett gefangen zu nehmen. Einer der Höhepunkte ist für mich der soullastige Track "Calling Out" in dem sich Rosenbaum in einem sonst größtenteils instrumentalen Album Unterstützung von Sänger Philip Owusu holt.
"Vista" erscheint am kommenden Freitag, den 24. November. Ihr könnt das gute Stück auf schwarzem Vinyl auf der Bandcamp-Seite des Künstlers vorbestellen, solltet es sonst aber auch ab kommender Woche in jedem gut sortierten Plattenladen erwerben können. Von mir gibt's jedenfalls die unbedingte Kaufempfehlung!

August Rosenbaum - Vista Vinyl Front Cover
August Rosenbaum - Vista Vinyl Back Cover
August Rosenbaum - Vista Vinyl
August Rosenbaum - Vista Vinyl Label

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Carsten Thoben

Gründer und Betreiber des Vinyl Fantasy Mag | leidenschaftlicher Plattensammler | leidgeplagter HSV-Fan | Online & Social Media Junkie

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