Heute Abend beginnt das Reeperbahn Festival und hält die Hansestadt bis zum Wochenende in Atem. Mehr als 400 Acts spielen in den kommenden Tagen in rund 70 Clubs rund um die sündige Meile. Natürlich ist da eine kaum greifbare Zahl an tollen Acts mit dabei, viele davon werden die Besucher*innen bislang gar nicht kennen. Aber genau darum geht es beim Reeperbahn Festival: neue Musik entdecken und aufstrebenden Bands eine Bühne bieten.
Wer ist hier nicht schon als kleiner Act aufgetreten, um Jahre später große Hallen zu füllen. Ed Sheeran hat hier sein erstes Deutschland-Konzert gespielt. Bon Iver war auch schon mal da. Zuletzt traten 2023 The Last Dinner Party auf, die der Hype danach bis in die Charts gespült hat.
Es ist eigentlich fast unmöglich, hier eine kleine Auswahl an musikalischen Tipps vorzustellen. Dennoch habe ich 5 Acts rausgesucht, die sich nachhaltig in meine Gehörgänge gespielt haben, und die bislang maximal ihr Debütalbum rausgebracht haben.
headsend
Grunge (Australien)
The hype is real. Als Grunge Kid hat mich der rohe ungeschliffene Sound der Band von den ersten Takten an komplett umgehauen. Bislang gibt es nur EPs, die hierzulande leider gar nicht mal so einfach auf Vinyl zu bekommen sind. Ich hoffe das ändert sich mit dem Debütalbum, das ich mit derart viel Spannung erwarte wie lange kein Erstlingswerk einer Band.
Anspieltipp: Do Do
schluma
Indie Rock (Deutschland)
Die Jungs haben ihr Debütalbum so eben veröffentlicht. Und das könnte aufregender kaum sein. 90er Trainingsjacken-Tocotronic-Vibes treffen auf Team Scheisse. Einfach nur grandios. Kein Wunder, dass das stilsichere Hamburger Label Grand Hotel van Cleef die Jungs unter seine Fittiche genommen hat.
Anspieltipp: Ich bin ein Außenseiter dieser Republik
1000 Rabbits
Indie/Postpunk (UK)
Noch so eine Band aus dem Umfeld der Londoner Windmill-Szene. Keine Ahnung, was sie dort ins Trinkwasser tun, aber das Level an Talent ist schier unermesslich. Noch gibt es nur eine EP, aber Songs wie Spring Cleaning, die den Art Rock der Band mit Streichern untermalen, machen richtig Lust auf das hoffentlich bald erscheinende Debütalbum.
Anspieltipp: Spring Cleaning
Maria Iskariot
Punk (Belgien)
Der kommende Stern am Punk- und Rock’n’Roll-Himmel? Verdient hätten es die Punkrockerinnen aus Gent allemal. Wütender Riot Grrrl-Punk mit flämischen Texten stand für 2026 nicht unbedingt auf meiner Bucketlist, das Debüt Wereldwaan ist aber schlicht ein Monster von einem Album.
Anspieltipp: Dat find ik lekker
deary
Shoegaze (UK)
Die Londoner Band hat vielleicht DAS Shoegaze-Album des Jahres veröffentlicht. Auf ihrem Debüt klingen sie dabei erschreckend abgeklärt und erinnern nicht nur phasenweise an Genregrößen wie Slowdive.
Anspieltipp: Seabird
HHV Vinyl Pop-Up Store kommt nach Hamburg
Der Berliner Plattenladen hhv zieht im Rahmen des Reeperbahn Festival für ein paar Tage mit einem Pop-Up-Store nach Hamburg. Genauer gesagt in die Glaserei in der Balduinstraße 22. Neben den HHV eigenen Exclusives gibt es einen bunten Genremix an Vinyl plus Instore-Gigs & DJ-Sets.
Für alle Besucher*innen gibt es zudem einen HHV Jutebeutel inklusive HHV Diggin’ Days Vinyl – natürlich nur solange der Vorrat reicht. Ein Festivalticket wird nicht benötigt, der Eintritt ist wie in Plattenläden üblich auch hier frei.
Location: HHV Pop-Up Store, Balduinstraße 22, 20359 Hamburg
Öffnungszeiten: Do., 16 bis 20 Uhr, Fr. und Sa., 13 bis 20 Uhr
