Plattensammlung

Loud Like Love – Neues Album von Placebo im Super Vinyl Deluxe Boxset

Placebo Super Deluxe Vinyl Boxset
See you at the bitter end. Wenn ich an Placebo denke, frisst sich immer wieder dieser eine Song in meine Gehirnwindungen. „The Bitter End“ lief damals jeden, aber auch wirklich jeden Freitag auf der Rocknacht in der gemütlichen Stammdisko meiner kleinen Heimatstadt. So 2003 muss das gewesen sein. Ich habe sogar eine Kurzgeschichte geschrieben, die den Titel des Songs trug und die ich auf einem Barhocker in der Disko sitzend verfasst habe. See you at the bitter end. In den folgenden Jahren hat mich die Band nicht mehr wirklich interessiert, weil sie sich musikalisch nicht weiter entwickelt hat. „Meds“ war irgendwie noch ganz okay, auch wenn sich von dem Album nicht ein einziger Song in meinem Gedächtnis festgesetzt hat. „Battle for the Sun“ war anschließend eine einzige Enttäuschung. Und trotzdem hat es mir ein gewisses Ausmaß an Aufmerksamkeit abverlangt, als die Band im Frühjahr die Veröffentlichung eines neuen Albums verkündete.
Am 13. September erscheint das immerhin schon siebte Studioalbum der Band um Sänger Brian Molko. „Loud Like Love“ wird es heißen und ist in Zusammenarbeit mit Produzent Adam Noble in den Londoner RAK Studios aufgenommen worden.

Super Deluxe Boxset mit einer Menge Extras

Placebo scheinen dem Vinyl nicht abgeneigt zu sein, dabei aber auch ein Faible für besonders exklusive und nicht wirklich günstige Editionen zu haben. So gab es den Vorgänger „Battle for the Sun“ als auf 3000 Stück limitiertes Boxset auf Doppelvinyl plus CD, 2 DVDs, Live-Footage, Making Of u.v.m. Für schlappe 99,90 Euro! Ausverkauft ist das Teil heute noch nicht. Was aber vermutlich in großen Teilen dem musikalischen Mittelmaß des Albums zuzuschreiben ist.
Mal schauen, wie es dem Super Deluxe Boxset von „Loud Like Love“ ergeht. Bei Amazon ist die Edition zu einem eigentlich recht akzeptablen Preis von 66,99 Euro zu haben. Was mich ein wenig irritiert, weil im UK Universal Store kostet das Boxset 69,99 britische Pfund (umgerechnet also knapp über 80 Euro), während es bei Record Shop X sogar für stattliche 91,95 € zu haben ist. Solltet ihr eine Investition ernsthaft in Erwägung ziehen, würde ich an eurer Stelle einfach mal beim Plattenhändler eures Vertrauens nachfragen, ob und für welche Summe das Boxset in die deutschen Plattenläden kommt.
Achso, vielleicht sollte ich an dieser Stelle auch noch kurz beschreiben, was ihr für diesen Preis (wie auch immer er genau ausfallen mag) überhaupt bekommt. Ihr erhaltet das Album auf CD plus 2 DVDs mit Liveaufnahmen und Promovideos von verschiedenen Regisseuren, drei 10“ Vinyl auf 180g inklusive Download, ein 20seitiges Buch, 5 Postkarten und einen Kunstdruck, von dem die ersten tausend Exemplare sogar handsigniert sind, sowie ein „10“ X 10″ 3D Lenticular“. Eine ganze Menge Zeugs also. Ob sich das Ganze musikalisch ebenfalls lohnt, bleibt abzuwarten. Irgendwie habe ich die Befürchtung, dass hier mit Hilfe einer ganzen Menge toller Extras von der musikalischen Ideenlosigkeit abgelenkt werden soll, die nach der Veröffentlichung von „Sleeping with Ghosts“ einsetzte. Jenem Album also, das auch „The Bitter End“ hervor brachte. Es ist symptomatisch, dass die erste Single des neuen Albums irgendwie ganz nett ist ohne mich so richtig von den Socken zu hauen. „Too Many Friends“ plätschert im Hintergrund so vor sich hin. Auch lyrisch ist der Song nicht unbedingt ein Hochgenuss. „My computer thinks I´m gay, I threw that piece of junk away“ heißt es da in der ersten Zeile. Nun ja… da heißt es Abwarten bis zum 13. September, würde ich sagen.

Tracklist:

1. Loud Like Love
2. Scene of the Crime
3. Too Many Friends
4. Hold on to Me
5. Rob the Bank
6. A Million Little Pieces
7. Exit Wounds
8. Purify
9. Begin the End
10. Bosco

Label: Universal Music

Erscheinungsdatum: 13. September 2013

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