Das dritte Album der Berliner Band ZAHN ist kein Soundtrack für nebenbei, sondern ein perfektes Album für Kopfhörer. Für Menschen mit Geduld, die auf repetitive Strukturen stehen und sich gerne in ein Album hineinziehen lassen. ZAHN beweisen mit ‚Purpur‘, dass instrumentale Rockmusik im Jahr 2026 bestens funktionieren kann.
Als großer Fan von Postrock – ein Genre, das in meiner Plattensammlung über einen eigenen Reiter verfügt – weiß ich nur zu gut, dass instrumentale Musik ein zweischneidiges Schwert sein kann. Durch den Wegfall einer charismatischen Stimme als Alleinstellungsmerkmal entfällt häufig der Wiedererkennungswert eines Albums. Schnell kommt die Frage auf, welche Band denn da eigentlich grad auf dem Plattenteller rotiert.
Kraut und Noise mit hypnotischer Intensität
Während des Hörens der acht Songs auf ‚Purpur‘ stellt sich dieses Problem zu keinem Zeitpunkt. Mühelos schaffen es die drei Musiker, dass ich als Hörer in den Songs versinke. Mich in den mal krautrockigen, mal noisigen Rhythmen auf Albumlänge verliere.
‚Purpur‘ ist ohne Zweifel kein Album, das sich nebenbei konsumieren lässt. Doch wer sich darauf einlässt, wird mit einem intensiven Hörerlebnis belohnt, das in seiner Dichte und Reduktion Spuren hinterlässt. Kraut-Motorik, Noise-Texturen und elektronisches Gefrickel verbinden sich zu einem Klangstrom, der sich der klassischen Dramaturgie entzieht. Purpur erfordert Aufmerksamkeit. Und belohnt mit einer nahezu hypnotischen Intensität.
Fruchtige Vinylfarben
Im Onlineshop von Crazysane Records gibt es zwei farbige Vinyleditionen des Albums, die einen Namen passend zum fruchtigen Albumcover tragen. Die Kir Royal-Edition gibt es mit Plektrum und Poster, die Mango Glow-Edition kommt auf weiß-gelbem Vinyl daher. Schwarzes Vinyl gibt es ebenfalls.
Wer lieber direkt im Plattenladen zuschlägt, hat neben schwarzem Vinyl die Möglichkeit, eine Indie Exclusive Edition auf Blue Curacao Vinyl zu erwerben.

