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Vinyl des Monats März: Gallon Drunk – The Soul of the Hour

Vinyl des Monats März: Gallon Drunk - Soul of the Hour
Um an dieser Stelle zur Vinyl des Monats gekürt zu werden, reicht es nicht aus ein musikalisch hochwertiges Album auf Vinyl zu pressen, sondern auch Design und Artwork müssen eine Menge zu bieten haben. „The Soul of the Hour“, das nunmehr achte Album von Gallon Drunk, ist nicht nur ein brillantes Stück Musik, auch die Vinyl Aufmachung macht eine Menge her. Quasi ein Pflichtkauf für einen jeden Plattensammler, der bei den Worten Punk, Blues und Jazz nicht allergisch reagiert.
Zunächst einmal zum Musikalischen: Ich möchte an dieser Stelle nicht auf alle vorherigen Alben von Gallon Drunk eingehen (nur so viel: Anhänger der oben genannten Genres werden das Hören durch die komplette Diskografie nicht bereuen), aber die Jungs erfinden sich 26 Jahre nach ihrer Gründung tatsächlich noch einmal neu. Das heißt zumindest ein bißchen, denn die sieben Songs klingen immer noch eindeutig nach Gallon Drunk. Die Bandmitglieder selbst haben in mehreren Interviews zum Besten gegeben, dass sie beim Aufnehmen des Albums stark vom deutschen Krautrock beeinflusst worden sind. Kein Wunder also, dass das Album direkt mit einem 9-Minüter beginnt, in dem die markante Stimme von James Johnston kaum zu Hören ist. Es dauert fast vier Minuten bis der Opener durch treibende Drums aus seiner Lethargie gerissen wird und erst nach sechs Minuten treibt die Stimme des Frontmanns den Song langsam auf ihren Höhepunkt. Die „schönste und stärkste Einleitung seit vielen gehörten Alben„, schreibt Byte FM treffend. Der Spannungsbogen mündet im folgenden „The Dumb Room“ in einen ekstatischen Ausbruch von dreckigem Rock´N´Roll. Während ich bei den psychedelischen Anklängen von „The Exit Sign“ merkwürdigerweise ständig an „Born to be wild“ denken muss, habe ich beim überraschend balladesken „Dust In The Light“ permanent Razorlights „Wire to Wire“ im Kopf. Mit diesem Song ist dann allerdings auch leider schon der Höhepunkt des Albums erreicht, was nicht bedeuten soll, das die abschließenden „Over and Over“ und „The Speed of Fear“ schlechte Songs sind, doch sie erreichen schlicht nicht mehr die Intensität der ersten halben Stunde.
Und dennoch nehmen Gallon Drunk den Hörer auf „The Soul of the Hour“ mit auf eine Reise in die tiefsten Sümpfe des Rocks. Und glaubt mir: sobald ihr einmal darin gefangen seid, könnt bzw. wollt ihr diesem nur langsam oder gar nicht wieder entfliehen. Denn ein entscheidender Aspekt kommt noch hinzu: Johann Scheerer hat dem Album einen Sound verpasst, der insbesondere auf Vinyl derart druckvoll und umwerfend ist, dass die Scheibe mit Sicherheit zahllose Runden auf eurem Plattenteller drehen wird.

Special Edition samt 7“ Picture Disc

Die Special Edition kommt nicht nur in einem schicken Artwort daher, sondern enthält eine 7“ Picture Disc mit dem Song „Frozen Air“. Hinzu kommen CD und Download-Code. Die Edition ist auf 500 handnummerierte Exemplare limitiert. Auf der Webseite des Labels ist die Special Edition des Albums zwar mittlerweile ausverkauft. Im Plattenladen und bei diversen Mailorder-Seiten könnt ihr aber noch das ein oder andere Exemplar abstauben.

Tracklist:

1. Before the Fire
2. The Dumb Room
3. The Exit Sign
4. The Soul of the Hour
5. Dust in the Light
6. Over and Over
7. The Speed of Fear

Gesamtspieldauer: 42:46 Minuten

Label: Clouds Hill

Carsten Thoben (303 Beiträge)

Gründer und Betreiber des Vinyl Fantasy Mag | leidenschaftlicher Plattensammler | leidgeplagter HSV-Fan | Online & Social Media Junkie


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