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Gimmicks für Plattensammler: das Plattenbilly im Praxistest!

Plattenbilly im Praxistest
Jeder, der selber Platten sammelt, weiß, dass diese eine ganze Menge Platz wegnehmen. Ständig müssen neue Regalsysteme besorgt werden, um der immer größer werdenden Zahl Herr zu werden. Was mich bei den meisten Regalsystemen stört, ist die Tatsache, dass ich meine Schallplatten lediglich von der Seite sehe. Wie schön wäre es, die Plattencover frontal betrachten und wie im Plattenladen in den eigenen LPs stöbern zu können!? An dieser Stelle möchte der Plattenbilly Abhilfe schaffen…

Wie sich ein Großteil der Leser vielleicht denken kann, leitet sich der Name des Plattenbillys vom populären Regal eines großen schwedischen Möbelherstellers ab. Das Billy Regal war bislang nicht unbedingt für die Unterbringung von Plattensammlungen bekannt. Bücher sind der bevorzugte Regalinhalt. Als der Freiburger Steffen Baumann vor einem halben Jahr mit seiner Freundin zusammen gezogen ist, brachte diese sechs Billy Regale mit. „Leider stehen die Platten darin ja über, wenn man sie seitlich reinstellt. Somit habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und habe ein paar Stangen zurecht gesägt.“ Das Plattenbilly war geboren. Die Reaktion befreundeter Plattensammler war derart begeistert, dass das System seitdem zunehmend optimiert wird. Mittlerweile ist das Plattenbilly gebrauchsmustergeschützt und im eigenen Onlineshop zu kaufen.

Wie funktioniert das Plattenbilly?

Anleitung Plattenbilly SetDer Aufbau bzw. die Befestigung des Plattenbillys könnte einfacher kaum sein. Voraussetzung ist ein Billy Regal mit einer Breite von 40 Zentimetern. Ein Plattenbilly-Set besteht aus einer Messingstange (wahlweise in gold oder silber) und vier Stoppern. Die Metallstange schiebt man einfach in der passenden Höhe in die vorgefertigten Bohrlöcher auf der linken und rechten Seite des Regals. Hier muss man lediglich ein wenig vorsichtig sein, damit sich die Stange nicht zu stark verbiegt. Im nächsten Schritt schnappt ihr euch die beigefügte Schablone und bringt mit einem Hammer die vier Stopper auf dem Regalboden an. Diese verhindern ein Herausrutschen der LPs aus dem Regal und erleichtern das Durchstöbern.

Taugt das Ganze etwas?

Kurze Antwort: ja! Nachdem ich die Plattenbilly-Sets ausgepackt habe, habe ich kurzerhand die Bücher aus meinem Billy Regal geschmissen. Nur wenige Minuten später waren die Regalfächer mit Platten gefüllt. Und ich muss sagen, dass der Anblick der Plattencover wirklich schick ist. Es macht optisch weitaus mehr her, die Plattencover direkt vor Augen zu haben. Und die Möglichkeit, LP für LP durch das Regalfach stöbern zu können sorgt für leichtes Plattenladenfeeling in den eigenen vier Wänden.
Es mag kaum verwundern, dass auch Erfinder Steffen Baumann auf seine Idee schwört. „Ich lagere meine Vinylschätzchen nur noch mit Plattenbilly. Irgendwann werde ich mir noch die Kunststoffregister kaufen, Abba bis Zappa draufschreiben und das „Plattenladenfeeling“ noch etwas verfeinern. Ich habe momentan knapp 250 Platten und 9 Sets verbaut.

Wie viele Platten passen in ein Regal?

Die Billy Regale gibt es in den Höhen von 106 und 202 Zentimetern. In das flachere passen zwei Fächer mit LPs, ins höhere dementsprechend vier. Wobei das oberste Regal bei meiner Körpergröße für die Unterbringung nicht mehr geeignet ist. Ich sehe die Platten schlicht nicht mehr bzw. bräuchte eine Trittleiter oder ähnliches, um bequem darin stöbern zu können. Das obere Fach kann man aber sinnvollerweise mit Büchern, DVDs oder – sofern sie denn noch jemand besitzt – CDs füllen. Insgesamt bekommt man in einem Fach zwischen 25 und 30 Platten unter.

Fazit

Das Plattenbilly RegalsystemDas Plattenbilly hat mich vollauf überzeugt. Die Anbringung ist denkbar simpel, der Preis von 4,99€ absolut fair und das Resultat wertet das Aussehen der eigenen Plattensammlung definitiv auf. Der einzige Nachteil – wenn man denn von einem solchen sprechen kann – ist, dass die Unterbringung mit dem Plattenbilly mehr Platz weg nimmt. Während in das Fach eines Expedit/Kallax-Regals – je nachdem ob ich Hüllen verwende oder nicht – zwischen 75 und 100 LPs passen, sind es beim Plattenbilly zwischen 25 und 30. Bei größeren Plattensammlungen könnte das zum Platzproblem werden.
In meinen Augen ist das Plattenbilly perfekt dazu geeignet, um es mit anderen Regalen zu kombinieren. Die Mischung aus seitlicher Ansicht der Plattenrücken und Frontalansicht ausgewählter Plattencover macht viel her!

Falls ihr neugierig geworden seid, könnt ihr die Plattenbilly-Sets direkt auf der Webseite www.plattenbilly.de bestellen. Die kleine Tochter von Steffen Baumann wird sich freuen, denn ihr möchte er von den Einnahmen eines Tages „etwas Tolles“ kaufen.

Carsten Thoben (303 Beiträge)

Gründer und Betreiber des Vinyl Fantasy Mag | leidenschaftlicher Plattensammler | leidgeplagter HSV-Fan | Online & Social Media Junkie


7 Kommentare

  1. Hallo Carsten, kann man denn auch die hinterste Platte entnehmen ohne die Stange zu entfernen?

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    • Moin Felix,
      kann man, ja! Man sollte das Fach halt nicht so voll packen. Ich habe jetzt jedes Fach mit 25 LPs gefüllt. Da ist zwar noch Platz für mehr, aber wenn du das pickepackevoll machst, wirst wahrscheinlich echt schwierig die letzte LP da noch rauszukriegen.
      Beste Grüße Carsten

      Antworten

  2. Hi Felix, wenn man die Fächer im Regal etwas weiter auseinander anbringt (wie z.B. auf der Plattenbilly Homepage), bekommt man auch bei 30 Platten die hinterste problemlos raus. Das oberste Fach wird dadurch kleiner, aber ist ja sowieso nur für ein paar Bücher zu gebrauchen.

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  3. Pingback: Das Plattenbilly im Praxistest - Teil 2 | Vinyl Fantasy

  4. Ist das das Kallax/Expedit auf dem einen Bild? Das Billy und das Kallax sind unterschiedlich tief, oder? Auf Deinem Bild stehen sie trotzdem auf einer Ebene oder täuscht das?

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